Rheumatoide Arthritis

Die Rheumatoide Arthritis (RA) ist eine chronisch-entzündliche Autoimmunkrankheit unbekannter Ursache, die meist schubweise progredient verläuft und sich vor allem an den Gelenken aber auch an anderen Organsystemen manifestieren kann.

Ursachen

Im Zentrum der Pathophysiologie der RA steht die Entzündung der Synovia.

Bei genetischer Disposition wird durch unbekannte Triggermechanismen eine Autoimmunreaktion ausgelöst (diskutiert werden z.B. virale oder bakterielle Antigene). Im Rahmen dieser Autoimmunreaktion werden bestimmte Gewebe, v.a. die Synovialis und Bindegewebe von Antikörpern und Phagozyten angegriffen. Insbesonder autoreaktive T-Helferlymphozyten, B-Lymphozyten, Plasmazellen und sogenannte Dendritic-Cells (die sich von Monozyten/Makrophagen ableiten).  Dabei werden u.a. Entzündungsmediatoren wie IL1, IL6, Il15 und TNF-alpha produziert. Außerdem werden Antikörper gegen das Fc-Fragment der IgG gebildet (der sogenannte Rheumafaktor) und es kommt zu einer Citrullinierung humaner Peptide und zur Bildung entsprechender Antikörper (Anti-CCP-Ak). Letztere werden möglicherweise zuerst im Rahmen entzündlicher Vorgänge in der Lunge gebildet, was den Risikofaktor Rauchen erklären könnte.

Es kommt zu unspezifischen Infiltraten typischerweise mit  zentralen fibrinoiden Nekrosen und Epitheloidzellen als Randsaum und zur Freisetzung von knorpelagressiven Enzymen (Elastasen, Kollagenasen). Die Verdickung der Synovialis (Pannus) kann den Knorpel überwuchern und infiltrieren.

In der Folge kommt es meist zum Gelenkerguss und Zerstörung von Knorpel und Knochen.

Symptome

Das charakteristischste Symptom sind Arthritiden v.a. der kleinen Fingergelenke, aber auch der Handgelenke, Knie, Metatarsophalangealgelenke u.a. An den Gelenken kommt es häufig auch zu Entzündungen der Sehnenscheiden (Tendovaginitis) und der Schleimbeutel (Bursitis).

Klassisch ist eine Morgensteifigkeit (>30Minuten) und Gelenkschmerzen, die auch in Ruhe auftreten. Rheumapatienten  leiden zudem häufig unter nächtlichem Schwitzen, subfebrilen Temperaturen und Muskelschmerzen.

Extraartikuläre Manifestationen betreffen häufig die Lunge, die Pleura und das Perikard. Es kann zu Lungenfibrose, Pleuritis Perikarditis oder auch Myokarditis kommen.

Wenn die Gefäße befallen werden, kann es z.B. zu Raynaud-Syndrom, Polyneuropathie oder vorzeitiger Arteriosklerose kommen. Patienten mit RA haben ein ca. 3 fach erhöhtes Risiko an Schlaganfall oder Myokardinfarkt zu sterben.

Weitere Organmanifestationen betreffen die Augen (Keratokonjunktivitis sicca, Skleritis), die Leber (unspezifische Leberenzymerhöhung) und selten die Nieren (fokale membranöse Glomerulonephritis).

Therapie

Bei der Rheumatoiden Arthritis werden in der Regel multimodale Therapiekonzepte eingesetzt, die sowohl medikamentöse als auch physikalische Therapien und andere Elemente beinhalten.

Zu den physikalischen Therapien gehört die. Kältetherapie (Kryotherapie), die vor allem im akuten Schub hilfreich sein kann. Wichtig sind außerdem Bewegungstherapie, Ergotherapie und Krankengymnastik.

Klassische medikamentöse Therapie:

Im akuten Stadium wird häufig Cortison eingesetzt. Sowohl systemisch als auch intraartikulär (direkte Injektion in das betroffene Gelenk).

Schmerzmittel (NSAR) werden gegen die Schmerzsymptomatik eingesetzt, haben aber keine prognoseverbesserndee Wirkung auf den Krankheitsverlauf.

Langfristig werden als Basistherapeutika sogenannte Disease modifying antirheumatic drugs (DMARD) eingesetzt. Der Klassiker ist hier Methotrexat (MTX). Daneben kommen aber auch andere Immunsuppressiva wie  Azathioprin, Ciclosporin A, Leflunomid, Alkylantien, Sulfasalazin oder Hydroxychloroquin zum Einsatz.

Zusätzlich sind Biologicals wie Etanercept, Adalimumab oder Infliximab eine Therapieoption bei schweren Verlaufsformen.

Interventionelle Therapie

Im Rahmen der Radiosynoviorthese (RSO) wird die Entzündungsaktivität der Synovialis durch beta-strahlende Isotope reduziert. Ebenfalls möglich ist eine Synovektomie, also die Entfernung der erkrankten Synovia.

Naturheilkundliche Therapie:

Eine Ergänzung des Therapiekonzeptes um naturheilkundliche Elemente ist bei der Rheumatoiden Arthritis sinnvoll, kann helfen, die Medikamentendosis zu senken und somit auch Nebenwirkungen zu reduzieren.

Aus Sicht der Chinesischen Medizin liegt der Reumatoiden Arthritis ein sogennates „Bi-Syndrom“ zugrunde. Die Akupunktur ist dabei besonders zur Behandlung von lokalen Schmerzarealen geeignet.

Phytotherapeutisch wirken ausleitende und schmerzlindernde Heilpflanzen der Krankheitsentwicklung positiv entgegen.

Ernährungstherapeutisch ist eine Vollwertkost mit wenig Zucker-  und Fleischkonsum empfehlenswert. Sofern möglich ist auch regelmäßiges Heilfasten ein bis zweimal jährlich zuträglich.

Die Gewohnheit zu Rauchen sollte gegebenenfalls beendet werden.

Ein besserer Umgang mit der Krankheit und somit ein gesteigertes Wohlbefinden erreichen viele Rheumatiker auch durch das Arthritis-Self-Management-Program (ASMP), welches von der Stanford-Universität entwickelt wurde.