Durchblutung

Das Qi fließt mit dem Blut. Von daher ist die Durchblutung auch bei Qi-Leere, Stagnation oder Ungleichgewichten immer von Interesse.

Durchblutungsregulation:

Grundsätzlich entspricht die Regulation der Durchblutung einem Zusammenspiel von lokalen und zentralen Mechanismen.

Lokale Autoregulation:
Die lokale Regulation erfolgt mittels Stickstoffmonoxid (NO), welches durch Bewegung (wall stress) und aus Hämoglobin bei geringem O2-Partialdruck freigesetzt wird.

zentrale Regulation:
Die zentrale Regulation erfolgt hormonell über Angiotensin II und Katecholamine (Adrenalin und Noradrenalin) aus dem Nebennierenmark (NNM).

Durchblutung der Muskulatur

zu den Faktoren, die die Durchblutung der Muskulatur beeinflussen gehören:
– die Umgebungstemperatur
– der pH-Wert
– Hormone
– der Sauerstoffpartialdruck
– Metabolite (metabolische Hyperämie bezeichnet eine Dominanz der lokal-chemischen
dilatatorischen Einflüsse über die myogenen und neurogenen konstriktiven
Faktoren)

Unter den lokalen Metaboliten/Überträgerstoffen gibt es sowohl dilatativ wirkende als auch konstriktiv wirkende.
Zu den Dilatativen gehören:
K+-Ionen
H+-Ionen
Adenosin
ADP
NO (wird schubspannungsunabhängig freigesetzt)
Acetylcholin
Histamin
Serotonin (bei intaktem Endothel)
und Prostaglandin E1, I2

Zu den konstriktorisch wirkenden gehören:
Angiotensin II
Prostaglandin F2alpha
Thromboxan A2
Serotonin (bei geschädigtem Endothel)
und Leukotriene (Entzündungsmediatoren)

Bei Vasodilatation in den terminalen Gefäßen der Muskulatur kommt es zum Wandstress und zur Reizweiterleitung via Gap-junctions und somit zur Dilatation der vorgeschalteten Arteriolen.

Durchblutung der Haut

Es gibt zwei Gefäßnetze in der Haut. Eines liegt sehr dicht unter der Epidermis im Stratum papillare des Coriums. Das andere liegt an der Grenze zur Subcutis. Beide Gefäßnetze sind durch arteriovenöse Anastomosen miteinander verbunden.
Die nutritive Versorgung wird vor allem durch die Kapillarschlingen sichergestellt, die Thermoregulation hingegen durch die arteriovenösen Anastomosen.
Die Hautdurchblutung findet somit in der Dermis oberhalb des Unterhautfettgewebes statt.
Sie wird durch den Sympathikus reguliert.
Alpha-Rezeptoren führen zu einer Vasokonstriktion vor allem der Anastomosen und Beta-Rezeptoren in der Skelettmuskulatur zu einer Vasodilatation.
Es dominiert jedoch die alpha1-adrenerge Vasokonstriktion mittels Noradrenalin.
Eine aktive Vaso-Dilatation erfolgt über eine Drosselung der Alpha-Rezeptoren bzw. durch sympathisch-cholinerge Reize, die zu einer Dilatation der Anastomosen führen.
Die Durchblutung ist sehr variabel; sie kann auf das 15-fache gesteigert werden und auf 17% der „normalen“ Durchblutung reduziert werden. Diese hohe Variabilität ist wichtig für die Thermoregulation.

Die Lewis-Reaktion verhindert eine Nekrose durch Sauerstoffmangel indem ca. alle 20 Minuten eine Vasodilatation durch lokal freigesetzte Metabolite (Bradykinin, Histamin und Prostaglandine) und durch Axonreflexe (Freisetzung vasodilatativer Substanzen wie Substanz P und CGRP aus afferenten C-Fasern) ausgelöst wird.

Bei peripheren Neuropathien ist die periphere Durchblutung gestört uns somit auch die Wärmeabgabe.