Kontaktekzem, allergisches

Definition:
eine entzündliche allergische Reaktion vom Typ IV, auch Allergie vom Spättyp

Pathophysiologie:
Ein allergisches Kontaktekzem entwickelt sich in zwei Schritten:

1. Bei der Sensibilisierung dringen kleinmolekulare Substanzen (Haptene) in die Haut ein, binden sich an körpereigene Proteine und bilden so Allergene.
Diese werden von Makrophagen und Langerhanszellen aufgenommen und im Lymphknoten den T-Lymphozyten präsentiert.
2. Die sensibilisierten T-Lymphozyten proliferieren und verursachen in der Effektorphase nach 1-3 Tagen durch die Sekretion von Zytokinen (Interefron-gamma) eine entzündliche allergische Reaktion vom (verzögerten) Typ IV.

Die Auslöser können entweder durch direkten Kontakt oder durch aerogenen Kontakt das Ekzem verursachen.
Es besteht in der Regel sowohl ein zeitlicher als auch ein lokaler Zusammenhang zwischen der Exposition und der allergischen Symptomatik.
Ein akutes Kontaktekzem beruht auf einer kurzen, aber intensiven Einwirkzeit bei starker Sensibilisierung.
Chronische Kontaktekzeme werden durch längere Einwirkdauer bei geringer Sensibilisierung verursacht.
Diese Reaktion wird wie alle T-Zell-abhängigen Immunantworten genetisch kontrolliert.

Symptome:
Das akute Ekzem ist gekennzeichnet durch Erythem, Ödem und Papulovesikel, das chronische durch Hyperkeratosen, Lichenifikation und Rhagaden.
In Abhängigkeit von individuellen und genetischen Faktoren kann es daneben zu Umgebungsreaktionen und zu weiter entfernten Streureaktionen kommen.

Diagnose:
Eine genaue Anamnese von Kontaktstoffen am Arbeitsplatz bzw. im Alltag ist wichtig.
Der Epikutantest wird standardmäßig in Bezug auf häufige Allergene durchgeführt. Er sollte jedoch erst 3 Wochen nach Abklingen der akuten Symptomatik durchgeführt werden.
Die häufigsten Kontaktallergene, die auch durch den Epikuntantest meist abgedeckt werden sind: Nickelsulfat, Kobaltchlorid, Peru-Balsam, Duftstoffmix I und II, Kaliumdichromat, MDBGN, Kolophonium, Lyral, Propolis, Terpentin u.a..
Während der Testphase sollte eine starke UV-Exposition gemieden werden und es sollte keine Immunsuppression stattfinden.
Die zu erwartenden Hautreaktionen sind bei positiver Sensibilisierung Rötung, Knötchen und evtl. (konfluierende) Bläschen.

Differenzialdiagnose:
Im Gegensatz zum toxischen Kontaktekzem ist das allergische Kontaktekzem dosisunabhängig und tritt meist ein wenig verzögert auf (nach 2-3 Tagen statt nach 1-2 Tagen).

Therapie:
Lokale Corticosteroide helfen rasch, sind jedoch keine Dauertherapie.
Vorraussetzung für eine dauerhafte Abheilung ist die Ermittlung und Elimination der Allergene. Dafür können neben geeigneten Haut- und Arbeitsschutzmaßnahemn evtl. auch organisatorische Umstrukturierungen erforderlich sein.
Akupunktur kann helfen das Immunsystem zu regulieren und die Abheilung der Haut zu unterstützen.